17. Januar 2017

Ein Jahr analog – Termine, Organisation und Kalender


Nein, ich verabschiede mich nicht aus dem Blog!

Es geht, wie in der Überschrift bereits steht, lediglich um die analoge Organisation im Alltag – auch Kalender genannt.


Von kaputten Fingern und digitalen Hirnen

Daaaamals als Jugendliche habe ich über viele Jahre einen Filofax benutzt. Die sind ja gerade wieder total im Trend, mit schön verzierten Seiten, Youtube-Videos zu Wochendekorationen, speziellen Aufklebern, Stempeln und Einlagen dazu.

Darüber schreibe ich hier aber NICHT!
Was mich am Filofax immer gestört hat, waren die Metallringe in der Mitte, die mich beim Termineintragen immer behindert haben, außerdem habe ich das Talent, mir an den Zacken der Ringe immer die Finger aufzuratschen, weshalb ich dann irgendwann dazu übergegangen bin, mir schicke Kalender von Pip oder ähnliches zu kaufen. Bis dann mein Handy mein digitales Hirn wurde.

In den vergangenen Jahren, habe ich mein Handy geliebt und dort penibel alle Termine eingetragen mit Erinnerungsmeldungen, Piepton und wiederholendem Piepton. Das war super, aber mit der Zeit, sind mir trotzdem Termine durchgegangen, weil ich das Handy überhört habe, weil die Technik rumgesponnen hat und mich doch nicht piependerweise erinnert hat, oder schlichtweg, weil während der Organisation, die digitale Kalenderübersicht so unübersichtlich für mich wurde, dass ich durcheinander gekommen bin.

Inspiration - Fails - persönliche Lösung

Also bin ich Ende 2015 auf die Suche nach einer neuen Lösung gegangen und habe mir inzwischen soooo viele Videos, Blogs und Seiten zum Thema Filofax, Moleskine, Bullet Journal und Hobonichiangeschaut, dass ich nur noch verwirrter war. Dabei bin ich aber auch über „Ella the Bee“ gestoßen, eine Youtuberin, die wirklich tolle Organisation-Videos macht. Von ihr bin mit dem Moleskine angefixt worden, der mich dann 2016 begleitet hat. Zu Beginn noch sehr inspiriert von Ella the Bee, aber im Verlauf der täglichen Benutzung und auch der Ereignisse, wurde mein Kalender immer mehr umfunktioniert und personalisiert.

Ich bin ein visueller Mensch und brauche niedliche Symbole, um mir Dinge besser merken zu könne, oder mein Augenmerk auch wirklich darauf zu richten – so habe ich Anfang 2016 noch viele bunte Stempelsymbole genutzt und viel Farbe und Dekomaterial eingesetzt. Da ich aber viel in meinem Kalender auch außerhalb meiner vier Wände und weit weg von meinem Schreibtisch gearbeitet habe, „fehlte“ mir oft einiges von diesem Zusatzmaterial unterwegs und dieses nachzutragen fand ich sehr müßig. So bin ich dazu über gegangen, mir kleine schnell gezeichnete Symbole zu überlegen, die ich zum Beispiel auch in der U-Bahn schnell eintragen kann.

Manche Symbole mögen euch doppelt oder zu aufgebrochen erscheinen, aber ein simples Symbol für „Arbeit“ schiebt in meinem Kopf eine große Betonwand vor mein Hirn, die mich in ihrer Größe dermaßen überfordert, dass ich keine Lust auf „Arbeit“ habe. So gibt es für „Arbeit“ mehrere Symbole wie Papierkram, Rechnungen, Kreativ und das Kästchen für To-Do, das aber in allen Bereichen angewendet werden kann. So kann ich größere Projekte aufsplitten und habe eine bessere Übersicht, was, wann, wie am besten gemacht werden sollte.

Ich komm klar

Der Sonntag – der im Moleskine an diesem Tag auch nicht in Zeiten aufgeteilt ist – ist eine Sammelstelle, der TO-Dos der ganzen Woche oder zukünftig zu organisierenden oder zur erinnernden Ereignisse. Alles was so anfällt und nicht sofort weggearbeitet werden muss, wird dort aufgelistet und am Wochenende auf die einzelnen Tage umgeschichtet. So kann ich nichts vergessen, die ToDo-Liste verliert ihre Monsterkraft an unüberwindbaren Berghöhen, die Tage werden möglichst nicht zu voll gestopft und ich kann Dinge besser miteinander verknüpfen (Oh, da habe ich Physiotherapie - Termin, dann kann ich direkt danach einkaufen gehen – Einkaufsymbol danach eintragen, dann muss ich vorher meinen Kochplan fertig haben – ein paar Tage vor blättern und als ToDo eintragen). I love it!

Und ja, ich brauche das, ich bin kein Organisationstalent, ich bin Prokastinierer und ich bin Hirnblockaden-davon-Läufer. Mich machen abgehakte ToDos glücklich und sei es der simple Anruf beim Steuerberate wegen einer fehlender Rechnung.

In meine Monatsübersicht kommen dann nur ein paar Kürzel, damit ich einen Überblick habe, wie voll ein Tag ist beziehungsweise wann größere oder wichtige Ereignisse anstehen. Das war nämlich auch genau das, was mir in meinem digitalen Kalender immer gefehlt hat – der große Überblick.
Ich fühle mich in meiner kreativen Seele viel mehr angesprochen, weil nun auch meine Telefonkritzeleien einen Platz bekommen, ich im Zweifel doch trendigen Youtubern nacheifern kann und die Seiten lustig bunt dekorieren kann, aber hauptsächlich habe ich das Gefühl, ich kann nichts mehr vergessen!

Und tatsächlich habe ich mich auch von den ganzen trendigen Kalendermenschen im world wide web anstecken lassen und einen Jahresplan, ein Moodboard und eine Zieleseite auf die überflüssigen Seiten im Kalender dekoriert.
Es gibt vorne ein Tasche für Rezepte, Überweisungen, abzugeben Briefe etc. und eine Seite ist für Haftnotizen inklusive Einkaufszettel, damit der immer dabei ist.

Ich bin so begeistert von der analogen Hirnstütze und ärgere mich, dass ich die letzten Jahre nicht schon so schön in Papierform als Erinnerung im Regal stehen habe.

Wie macht ihr das?
Seid ihr noch digital? Habt ihr auch Papierkalender, oder wartet ihr noch auf die piepende Filofaxvariante mit USB-Port?