23. Oktober 2016

Kurz Zuhause bis zur nächsten OP

Ein Monat lang Krankenhaus!

Ein Monat lang mit heftigen Aufs und Abs!
Ein Monat lang um 6 Uhr geweckt werden!

Ein Monat lang jeden Tag auf’s Neue hoffen, dass man bald wieder Zuhause ist!
Jetzt bin ich Zuhause – erst einmal… - nächste Woche muss ich aber wieder zurück ins Krankenhaus und werde noch einmal operiert.


Prognose und Therapie

Ja, die Brust ist ab und die Histologie und Therapie ist inzwischen auch bestimmt.

Ich brauche keine Chemo – das ist das Beste und Wichtigste für mich, denn mein Körper funktioniert nicht wie ein normaler und gesunder Körper und eine Chemo wäre eine stärkere Belastung geworden, als eine Chemotherapie eh schon für einen Menschen ist.
Da meine Brust komplett abgenommen wurde, ist auch nichts mehr da, was man bestrahlen müsste und da meine Histologie der Tumore (1 Primärtumor, 4 Metastasen) für alle gilt und sehr positiv zu bewerten ist, bekomme ich “nur“ Tabletten. Die haben zwar auch einiges an Nebenwirkungen, aber meine Prognose mit dem Brustkrebs ist sehr gut und wie das Medikament dann auf mich wirkt, werde ich noch sehen, da ich mit der Therapie noch nicht anfangen konnte.

Klingt doch gut – ja, das ist es auch, a b e r ich kann ja nicht einfach nur Brustkrebs bekommen…

Einfach nur Krebs hätte auch gereicht

Nach der Brust-OP gab es ein paar Komplikationen. Als erstes schmierten meine Blutplättchen ab, sie waren plötzlich sehr niedrig – eine leichte Gerinnungsstörung habe ich schon seit den anderen OPs mit der Bauchspeicheldrüse und der Leber, nun waren die Ärzte aber doch ein bisschen mehr beunruhigt. Das hatte zur Folge, dass ich Einblutungen im Operationsbereich hatte und zwar in der Form, dass ich zwei Tage nach der ersten OP ein zweites Mal operiert werden musste, um die Blutungen zu stillen.
In Kombination mit meinem Diabetes, einer massiven Pflasterallergie (auf Grund dessen ich leichtes Fieber bekommen hatte) und der zweiten OP, meinte meine Wunde dann nicht zu wachsen zu wollen – Wundheilungsstörung!

Klang bis dahin relativ harmlos für mich – wächst halt die Haut nicht so schnell zusammen… - heißt bei mir aber, dass sich fast die komplette Naht gelöst hat und ich nun – ja immer noch nach inzwischen 5 Wochen – immer noch eine offene Naht habe. Die Details erspare ich euch – aber ich gestehe, mir als nicht Medizinerin, die kein Blut sehen kann und bei Filmen mit entsprechenden Szenen IMMER die Augen zu hat, hat das ziemlich zu gesetzt, so dass ich überhaupt nicht mehr hingeschaut habe beim Verbandswechsel…

Von Wünschen, die man besser sein lässt

Wundheilungsstörung bedeutet Geduld.
Hätte ich mir mal nicht letztes Sylvester als Vorsatz genommen, mich dieses Jahr in Geduld und Gelassenheit zu üben – die Challenge die mir dafür auferlegt wurde, fand ich jetzt ein bisschen übertrieben!

Erst einmal musste der Gewebeabbau des Körpers abgewartet werden, dann musste die Wunde gereinigt werden. Auch diese Details erspare ich euch – zu guter Letzt wurde mir eine Vakuumpumpe in die Wunde gelegt, um die Wunde sauber zu bekommen und das Gewebe komplikationslos nachwachsen kann.

Nun ist die Wundfläche so groß, dass die Wundränder nicht von alleine wieder zusammenwachsen können, also muss ich noch einmal operiert werden. In der Hoffnung, dass mein Körper mal alles anders macht als normal (also mein Normal ist immer anders) und einfach mal anders und somit normal reagiert und nichts mehr schiefgeht. Kann mir jemand folgen?!

Ich bin dann erst einmal wieder weg!

Drückt mir bitte die Daumen!


1. Oktober 2016

Brustkrebs ist...

Brustkrebs ist...

... wenn sich eine deiner Drainagen löst und Saug- und Schmatzgeräusche von sich gibt, so dass die Schwestern vor lachen zusammenbrechen. 

... wenn deine Krankengymnastik für EINEN strafferen Busen sorgt. 

... wenn du zärtlich nur noch Dromedar gerufen wirst. 

.... wenn das erste Bild aus dem Urlaub deines Bruders ein Victoria Secret BH ist.
... wenn du eine Wundheilstörung hast und dir "einfach nur mal Krebs" auch gereicht hätte.