26. Juli 2016

5 Dinge die ich bisher in Schottland gelernt habe - Der Schottländernals solcher an sich, oder das Ding mit der Kultur

Während von Deutschland Katastrophenmeldungen eintreffen, fühlt es sich komisch an, Urlaub zu genießen. Und auch wenn wir Europäer zu "jetzt erst recht"-Freiheiten tendieren, bleibt der bittere Nachgeschmack.

Passt auf euch auf, wo immer ihr seid und ja genießt, was ihr habt!!!

Wir genießen gerade Schottland!

Ziemlich unvorbereitet sind wir nach Schottland gestartet.
Ja klar, haben wir schon lange die Flüge und den Mietwagen gebucht, aber sehr viel mehr habe ich nicht organisiert bekommen, da dieses Jahr so wuselig und vollgepackt ist, dass meine Zeit für Recherchen, sich auf ein paar Forenbeiträge und einige Blogposts von Reisebloggern beschränkt hat.


Die Reiseführer, die ich bestellt hatte, kamen auch erst 2 Tage vor Abflug an und sind bis jetzt auch relativ jungfräulich. Abgesehen von Rissen in der Landkarte die den Reiseführern bei lagen, weil sich Landkarten, wie schon vor 20 Jahren ohne Navigationsgeräte, schlecht im Auto machen, wenn man sie dort auf engstem Raum ausbreiten möchte, ohne dem Fahrer die Sicht zu versperren.
Was nicht nur auf schottischen Straßen fatal enden kann.

Der bayerische Schotte

Also sind wir relativ unvorbereitet zu den Schottländern gefahren und haben nun auch keine großen kulturellen Unterschiede erwartet...
Was grundsätzlich auch so ist - sie haben Wohnungen und Geschäfte, sie sprechen alle englisch... schottisches Englisch.... also klangtechnisch, als würde ein echter Bayer englisch sprechen.... was verständigungsmäßig im englischen wie im deutschen nicht verständlich ist, ist man nicht Bayer oder Schotte, oder am besten beides zu gleich...


Aber ein paar Dinge laufen bei den Schotten schon anders, als bei uns... oder als erwartet...

Schotten haben heißes Wasser!

Also wirklich heißes Wasser, selbst auf den öffentlichen Toiletten sind immer Heißwasserhähne und mit heiß meinen die Schotten HEIß!
Allerdings sind heißes und kaltes Wassert hier meist nur in getrennten Hähnen zu finden, wenn man sich also mal mit "warmen" Wasser das Gesicht waschen möchte, wird es schwierig. 

Meine Taktik - beide Hähne aufdrehen, dann erst kaltes Wasser in die hohlen Hände laufen lassen und dann kurz rüber zum heißen Wasser schwenken, damit das kalte Wasser mit dem heißem Wasser vermischt wird, aber nicht zu lange, weil man sich sonst die Finger verbrennt und ab ins Gesicht. Gutes Timings ist gefragt!
Duschen klappt aber auch für Warmduscher aus einem Hahn - meine Taktik mit den beiden Wasserhähnen wäre unter der Dusche zwar einer Kneippkur sehr ähnlich, aber würde noch bescheuerter aussehen und zudem auch echte Verbrennungen mit sich bringen.

Türen haben nicht immer Klinken!

Merke - kann man Türen aufdrücken, braucht man keine Klinke!
Das ist eine ganz einfache und logische Sache und der kluge und sparsame Schotte weiß das eben.
Die Türklinkenhersteller aus Deutschland würden hier in Schottland pleite gehen, weil sie nur die Hälfte der Einnahmen hätten, wie bei uns in Deutschland.
Vielleicht sind wir Deutschen auch einfach nur symmetrischer veranlagt und brauchen auf beiden Seiten der Türen Klinken, denkt man aber mal darüber nach, wird einem schnell klar, dass das nun wirklich unnötig ist!
Es kann in Schottland also gut passieren, dass man durch eine Tür geht, die als solche auch erkennbar ist, obwohl ihr mit Sicherheit die Türklinke fehlt, wenn man sie aufdrücken kann und dann aber plötzlich in einem vermeintliche kleinen Raum landet - Sackgasse!
Wände zu allen drei Seiten!
Zwischenraum?!
Dann guckt man erst einmal dumm und ich weiß aus Erfahrung, dass es nicht nur mir als Deutsche so ergangen ist, sondern, dass auch eine Engländerin nach mir mit dieser Situation kurzfristig überfordert war.
Manchmal sind die sogenannten Türen nämlich so gut getarnt, dass man schon mal die falsche "Wand" wählt und sprichwörtlich gegen diese läuft.
Meine Taktik - vorsichtig die Wände antippen und gucken was sich bewegt - manchmal muss man auch fester drücken - aber bitte nicht einfach darauf zu laufen... könnte ein harter Widerstand sein!



Rote Ampeln zählen nicht!

Es gibt doch diesen Witz aus irgendeinem Land, wo es auf weiter Flur keine Autos auf der Straße zu sehen gibt und eine Ampel dem Fußgänger rot anzeigt, wo ein Deutscher brav wartet, obwohl kein Auto kommt, und wartet und wartet, bis doch ein Auto kommt und vor ihm anhält und der Fahrer fragt:" Na, auch Deutscher?!"

Ich glaube, der Witz kommt aus Schottland!
Der Schotte kennt keine roten Ampeln, zumindest nicht als Fußgänger - Autofahrer zählen hier nicht, die haben anscheinen alle Regeln zu beachten, nur links herum...
Der Schotte schaut auf die Straße, kommt ein Auto, wartet er kurz, kommt kein Auto, geht er über die Straße... kommt ja kein Auto!
Meine Taktik - ich bleibe definitiv stehe, wenn die Fußgängerampel rot zeigt!
Ich bin doch nicht lebensmüde!
Der Linksverkehr macht mich in Schottland so konfus, dass ich eh nur hektisch links, rechts, links, recht, recht, rechts, links schaue... da warte ich lieber auf das schrille Piepen und stiefle dann relativ sicher über die Straße!
Wenn ich nicht gerade die Fußgängerampel mit der Autofahrerampel verwechsle...
Denn Merke - Autofahrerampel sehen aus wie bei uns und hängen oben, aber nicht nur direkt an der Fahrerspur, sondern auch irgendwo mitten auf den Zwischenübergängen, dort sind sie leicht mit Fußgängerampeln zu verwechseln. Aber nur für Deutsche, denn Fußgängerampeln in Schottland sind immer direkt neben einem auf dem Fußgängerweg mit symbolischen Männchen und auf Sichthöhe mit Druckknopf und piepen schrill!
In Aberdeen macht "rote Ampeln zählen nicht" übrigens richtig Sinn.
Aberdeen ist eine Küstenstadt, in der mindestens so viele Möwen leben, wie Menschen und die gerne auf Laternen und Ampeln sitzen, um sich zu putzen, zu schauen ("Meins!") oder den wartenden Fußgängern auf den Kopf zu kacken... also die Möwen, nicht die Menschen.


Apropos Straßen

Ja ja, Linksverkehr, weiß ja jeder - ist einfach nichts für schwache Nerven - also meine Nerven. 


Als Beifahrer bin ich bestimmt schon eine Katastrophe, als Fahrer schaffe ich es sogar meinen ansonsten tiefenentspannten Mann einen Adrenalindauerfluss zu versetzen. Ich darf bei unserer Rundreise als als Beifahrer die Landschaft genießen, wenn ich es schaffe den Blick von ein Schlaglöchern zu lösen - wir reden hier von Löchern, die den Lochs (also den tiefen Seen hier in Schottland) maßstabsgetreu verkleinert auf den Straßen nachempfunden sind.
Während also auf der einen Seite Felsen direkt von den Schlaglöchern, die die Seitenlinien kennzeichnen, aufsteigen, schaut man auf der anderen Seite in den dicht bewucherten Abgrund zum Loch.
Als wäre das nicht genug, ist diese zu beiden Seiten stark begrenzte Straße keine Einbahnstraße, sondern ein sogenannter "One Trail with Passing Places" - zu deutsch: Einbahnstraße mit Einbuchtungen.
Das funktioniert hier ganz automatisch und total sozial. Sieht man ein Auto auf sich zukommen, bleibt man beim nächsten wirklich gut platzierten Passing Place stehen und lässt den anderen passieren, dann bedankt man sich noch nett und es kann mit 60 Meilen pro Stunde - ca. 96 km/h weiter gehen. Spannend wird es bei Bussen, Wohnmobilen und Lastwagen - sagt mein Mann, mir reichen alleine die Schlaglöcher bei 20m/ph.
Meine Taktik - Augen zu!

Wetter

Wenn man sich nicht ordentlich informiert, ist man selber schuld!
Schottland ist ganz klar regnerisch, nebelig und kalt! Deshalb sollte man unbedingt wetterfeste und warme Kleidung mitnehmen, auch im Sommer.
Deshalb habe ich auch einen Sonnenbrand und völlig verschwitze Kleidung inzwischen. 


Es mag stimmen, dass man an nur einem Ort verweilend Dauerregen ausgesetzt ist, aber wenn man herum fährt und andere Gegenden besucht, die auch nur 10 Kilometer entfernt von dem Ort sind, an dem es gerade besagte Hunde und Katzen regnet, kann es sein, dass einem strahlender Sonnenschein und (gefühlte) subtropisch anmutende Temperaturen erwarten - vor allem in den Highland, die anscheinend hinter jedem Hügel eine andere Wetterkarte benutzen.
Ich habe großen Respekt vor den Meteorologen hier, denn ihre Vorhersagen stimmen ortsgenau im Abstand weniger Kilometer, dass bekommen deutsche Meteorologen nicht mal ansatzweise so genau berechnet.
Meine Taktik - Zwiebellook und immer, wirklich immer eine Regenjacke dabei haben - und Deo... und Sonnencreme.

Soweit mein erster Eindruck!
Wenn ich verstanden habe, nach welchem Prinzip man hier in Schottland in Restaurants und Bars bestellt, wie man genau die Klospülung betätigt und nach welchen Regeln das Spülen von Geschirr ohne Geschirrspülmaschine funktioniert, werde ich gerne darüber berichten!

Falls euch das interessiert...?!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!




12. Juli 2016

Schluss - der Shop schließt - endgültig!!!

Nein, kein Fake!


Der kleiner Himmel Shop schließt!

Nicht nur für den Urlaub, sondern komplett!

Der kleine Himmel macht dicht - es wird keine neues Stickdateien mehr geben!

Und das fühlt sich verdammt richtig so an!




Alte Dateien


Natürlich wird es alle alte Dateien, weiterhin zu kaufen geben.
Demnächst werdet ihr alle bisherigen Dateien bei alles-für-selbermacher finden:
Dort schicke ich gerade alle Dateien fleißig hin und verstopfe das Postfach und wenn ihr den Lieben dort ein bisschen Zeit gebt, könnt ihr dort auch demnächst himmlisch shoppen!

Bisher konntet ihr ja einige himmlische Dateien hier finden:


Endspurt


Bis Donnerstag bleibt mein Shop noch on und alle bis Freitag (15. Juli 2016) bezahlten Dateien werden noch verschickt und verbucht, dann schließt der Shop!


Erklärung?

Es gibt nicht viel zu erklären, glaube ich...

Ich fühle mich als "Kreative" und ich bin kein "Verkäufer" - das Internetgeschäft und der ganze Papierkram drumherum lag mir schon immer quer im Magen und hat respektive oft meine Kreativität blockiert.
Mir wird das Zeichnen und Digitalisieren fehlen - das war für mich immer Entspannung, aber alles andere nicht - dafür bin ich nicht gemacht.
Und den Shop zu schließen, fühlt sich sehr befreiend an!

Ich könnte jetzt auch noch viel rumjammern, was mir alles nicht passt am Leben, der Welt und dem Kosmos, aber im Grunde bleibt nur: es ist nicht das Richtige für mich, also muss ICH das ändern!

Und nu?

Bin ich frei, meinen Blog zu führen, ohne euch etwas aufschwatzen zu wollen - den hier geht es weiter!
Kann ich mich privat auf andere Dinge einlassen, die mir links und rechts gefallen, aber nie Platz gefunden habe zwischen meinem schlechten Gewissen und dem Druck, was tun zu müssen.
Und ich kann die blöde Business-Brille absetzen, durch die ich eh so schlecht sehen konnte und habe nun endlich wieder klare Sicht im Netz, den Blogs und den Menschen hier in meinem Computer!

Ich freu mich!
Und ich hoffe ihr bleibt und freut euch mit mir!