31. Dezember 2016

Offener Brief an das Jahr 2016 - persönlich

Liebes Jahr 2016!

Ich möchte mich gerne persönlich von dir verabschieden, denn du warst ein sehr präsentes und ereignisreiches
Jahr. Deine 12 Monate waren soll vollgestopft, wie nie ein anderes Jahr zuvor.

Du hast nicht nur die ganze Welt an ihrer Achse gepackt, du hast auch meine kleine persönliche Welt einige heftige Male durchgerüttelt – im Guten, wie im Schlechten.

Ich wusste schon zum Ende deines Vorgängerjahres 2015, dass du einige Highlights, aber auch viel Stress bringen würdest, denn es lag viel an in deinen 12 Monaten und alleine die geplanten und ersehnten Ereignisse hätten ausgereicht, aus dir ein spannendes und interessantes Jahr zu machen.

Aber du hast aus den Vollen geschöpft und mit Nachrichten und Begebenheiten gewartet, die mir oft den Atem genommen haben.

Du wolltest wohl etwas Besonderes sein und das hast du auch geschafft!

Einige wundervolle Erlebnisse hast du mir geschenkt – eine Theateraufführung meiner Tochter und meine anstrengende aber erfüllende Mitarbeit daran – wir haben einen großem Familiengeburtstag bei uns gefeiert, der schöner geworden war, als gehofft – wir haben Berlin wieder einmal bereist und ein Stückchen mehr wieder ins Herz geschlossen – ein großer Wunschtraum ist in Erfüllung gegangen, wir haben Schottland besucht und sind wehmütig und tiefbeeindruckt von dort weg gefahren – es gab Hochzeiten und eine von diesen war lang erseht und traumhaft schön – ich habe eine neue Freundschaft geschenkt bekommen und einige andere Freundschaften sind vertieft und gestärkt worden – ich hatte dieses Jahr viele Begegnungen mit Menschen, die nur kurzzeitig oder flüchtig waren, aber tiefen Eindruck hinterlassen haben – mir ist einmal mehr bewusst geworden, welches Glück ich mit meiner Familie habe und wie sehr ich sie liebe und wie sehr ich geliebt werde.

Dafür danke ich dir aus tiefstem Herzen!

Ich lasse dich aber nun mit gutem Gewissen gehen, denn du hast mir auch einige Dinge genommen und viele böse Pfeile abgeschossen für mich und meine Familie, die ich nun gerne hinter mir lassen möchte und mit allem abschließen will.

Es gab Verluste, schlechte Nachrichten, Schatten über Monate, viele Komplikationen, Aufregungen, Trennungen und viele viele Schmerzen nicht nur für mich…

Ich weiß gar nicht genau, wie ich mich mit dir fühlen soll. Zum einen bin ich sehr froh, dass du zu Ende bist und habe die große Hoffnung, dass das nächste Jahr weniger kraftraubend und einfach nur erholsam wird, zum anderen hast du aber auch einige schöne Dinge hervorgebracht, die dich ebenso in mein Gedächtnis bleiben lassen, wie die Sachen, die hoffentlich bald verschwimmen und nicht mehr so wichtig sein werden, weil es Schöneres geben wird und weil man immer nur die guten Sachen im Gedächtnis behalten sollte.

Du hast mir meine Zerbrechlichkeit vor Augen geführt und mir den anstrengenden Weg gezeigt, Gelassenheit zu erlangen und du hast mir Demut gelehrt.

Ich stehe noch und fühle mich erschöpft und kraftlos, aber auch gestärkt und voller Respekt vor dem Leben und den Menschen.
Du hast mich so viel Energie gekostet, wie kaum ein anderes Jahr zuvor und ich bin nun froh, dass du dich dem Ende neigst.

Du wirst nicht nur mir in Erinnerung bleiben.

Nun kommt ein neues, ein anderes Jahr, dass hoffentlich Lehren aus dir zieht und ein besseres wird.
Nein.

Es wird nun ein besseres Jahr kommen und ich freue mich darauf!

So Gott will!


11. Dezember 2016

DU bist eine starke Frau - von Lebenskraft und Respekt


Bin ich stark?

Es geht zwar um das Thema Krebs, aber die Erkenntnis ist unabhängig davon… 

Mir wird häufig gesagt, wie stark ich bin und wie gut ich meine ganzen Geschichten ertrage – meine Antwort ist meistens: „Ich habe ja auch keine Wahl!“ und...

„Das schaffst auch du!“

Ok, ich habe vielleicht noch einen eigenen Humor, der mich durch das Leben trägt und ich versuche nicht alles so schwer zu nehmen, wie das Leben mir manchmal in die Pfanne haut, aber ich habe so wahnsinnig viele starke Frauen getroffen, dass ich sicher bin:

Wir können so viel mehr (er)tragen, als wir denken!


Lernen über sich selbst

Wenn man ein paar Tage im Krankenhaus liegt – oder auch mal ein paar Tage mehr – kann es passieren, dass man wechselnde Zimmernachbarinnen hat.
Man lernt so Menschen kennen, die man im Leben sonst nicht getroffen hätte, mit denen man sich vielleicht noch nicht einmal befreundet hätte, weil man ganz anders tickt oder das Leben und der Altersunterschied so groß sind, dass es einfach keine Berührungspunkte gibt.
Es kann natürlich auch anders sein.
Ich hatte das Glück, ein paar wirklich großartige Frauen kennen lernen zu dürfen, die mein Herz etwas größer gemacht haben.

Aber ich habe von allen Frauen dort etwas gelernt.

Frauen

Wenn man auf einer Krebsstation liegt, begegnen einem natürlich auch die unterschiedlichsten Schicksale, Persönlichkeiten und Geschichten.
Man trifft Frauen, die gerade an einem Punkt in ihrem Leben sind, an dem das Leben sie auf die Probe stellt und die tief ins Innere greift.

Frauen vor der Diagnose, Frauen mitten im Kampf, Frauen nach dem Krebs, Mütter, Omas, Krankenschwestern, gläubige Frauen, vom Leben hin und her gestoßene Frauen – Verzweiflung, Wut, Trauer, Mitgefühl, Dankbarkeit, Angst, Liebe, Zuversicht, Glück. Frauen die danach in ein großes Loch gefallen und gefangen sind und Frauen, die daraus stärker und glücklicher hervorgegangen sind.
Man trifft sie auf dem Flur, beim wöchentlichen gemeinsamen Frühstückt, bei der Krankengymnastik, vor den Untersuchungszimmern und im Gemeinschaftsraum.


Die Kraft

Ich habe Frauen dort im Krankenhaus kennen gelernt, die auf die Diagnose gewartet haben, ob ihr Leben sich nun ändern wird oder nicht.
Auf welche Art und Weise, war meistens erst einmal egal. Man muss sich damit auseinandersetzen, dass es sich etwas Entscheidendes verändert – ganz schnell und trotzdem sehr schleichend – für eine absehbare Weile (mit den Therapien und den Folgen) und für den Rest des Lebens (nach der Krebstherapie).
Denn die Krebsdiagnose ist auch immer beides – der akute Schock, die anstehenden Behandlungen und Folgen und der stete Begleiter für den Rest seines Lebens, mal mehr, mal weniger stark spürbar.



Der erste Schock ist immer das Schlimmste! Das kann einem niemand nehmen, wenn die innere Welt zusammenbricht und man gegen die Wand fährt mit den Gedanken. Die Verzweiflung ist unfassbar und jeder geht ein stückweit anders damit um, aber der Schock sitzt erst einmal.

Vielleicht liegt es an dem geschützten Raum, den ich dort auf der Senologie erlebt habe das „sehen“ von Frauen, die ein ähnliches Schicksal teilen in den verschiedensten Abschnitten davon – vor der Diagnose, nach der Diagnose, vor der Chemo, nach der Chemo, nach den OPs, mit und ohne Brüsten.
Man sieht, dass es nicht zu Ende ist, dass es weitergeht, dass die Diagnose Krebs nicht bedeutet, dass man nächste Woche tot ist.

Die Erkenntnis, dass es noch ein Leben gibt, macht einen stark.
Unabhängig, wie lange man noch leben darf oder was alles noch auf einen zukommt.

Du lebst, jetzt!
Und das gibt dir Kraft!

Denn es geht weiter…

Auf meinem Zimmer lagen auch Frauen, die nach dem Brustkrebs einfach nur zur Kontrolle für eine Nacht gekommen waren – natürlich ist man nervös, weil man Angst hat, dass alles wieder von vorne losgeht, aber man ist gewappnet, es ist etwas, was man schon mal kennen gelernt hat und die Angst vor dem Unbekannten ist meist größer, als vor dem, was man schon kennt. Also ist man gefasster und freut sich trotzdem, wenn alle Ergebnisse gut sind und man ganz schnell seinen Koffer nehmen kann, um wieder zurück in den Alltag zu gehen.

Ein Stück Vergessen auf Zeit! Und das Leben geht weiter.


Respekt und Lebenskraft

Ich habe so wahnsinnig viel gelernt und ich konnte für mich eine Menge mitnehmen aus den Begegnungen mit den Frauen auf der Station, den Schwestern und den Ärzten dort.
Ich wurde bestätigt, dass auch Du das schaffen kannst!

Dass das Leben uns Päckchen zu tragen gibt, die wir auch tragen können.
Das heißt nicht, dass es leicht ist, dass man es immer alleine schaffen kann, aber das alles in uns steckt, damit wir es schaffen können.

Ich habe mal wieder meine Grenzen kennen gelernt und neue setzen müssen. Ich habe wieder ein bisschen mehr Demut gelernt, vor dem, was ich habe.

Und mir ist einmal mehr gezeigt worden, welchen Respekt wir voreinander haben sollten, vor dem, was alles in uns steckt, egal ob wir uns kennen, oder nicht, ob wir uns mögen, oder nicht und ob wir uns verstehen, oder nicht.

Wir sind alle unterschiedlich geformt und leben in unterschiedlichen Lebensabschnitten, aber in uns steckt eine Lebenskraft, die nicht nur uns selber bereichert, sondern unabhängig von unserer Beziehung jeden bereichern kann.

Und das passt so schön in die Vorweihnachtszeit – unabhängig von Krankheiten und Widrigkeiten!

Habt Respekt voreinander! Ihr seid so stark und voller Leben!

Habt Euch lieb!

Einen schönen 3. Advent!

6. Dezember 2016

IST-Stand und Männerschnupfen

Tastaturtasten

Irgendwie bekomme ich zurzeit nicht die Bloggerkurve – ich habe schon einige Posts geschrieben – aber nur im Kopf – an die Tatstatur habe ich es noch nicht wirklich geschafft.



Am Anfang – also seitdem ich aus dem Krankenhaus wieder Zuhause bin – klappte das noch nicht so gut mit meinem Arm. Denn nach drei OPs und zweimal Wundheilstörung und dementsprechend den Arm für über 2 Monate stillhalten müssend, ist nicht nur meine Muskulatur quasi nicht mehr vorhanden, inzwischen bin ich aus dem „schreiben“ auch einfach raus.

Ich muss mich nun also an allem langsam wieder herantasten – auch an die Tatstatur.

Ist-Stand

Erst einmal mein Ist-Stand – ich bin erkältet… ich habe Männerschnupfen – nicht ganz richtig, ich bin schon wirklich sehr heftig erkältet, aber meine Tochter meinte, dass Krebs, 3 OPs und ständige Komplikationen mich kalt gelassen hätten, aber zwei Tage Schnupfen und Hustenreizanfälle, mich zu einem Jammerlappen gemacht hätten. Ich lass das mal so stehen…

(... lustig - genau diese Socken habe ich gerade während des Postingsschreiben auch an - Knutscha an Uschi)

Ich finde Erkältungen einfach blöd und hasse es, wenn ich nichts riechen kann.

Dicht

Der andere Ist-Stand – ich bin dicht!

Anders ist es nicht auszudrücken.

Seit ein paar Wochen habe ich keine Löcher mehr am Körper, die dort nicht auch hingehören.
Ich habe zwar noch immer übertriebene Horrorvorstellungen von aufreißenden Narben, wenn ich einen Hustenanfall habe, aber das ist wohl nur meinem phantasievollen verschleimten Hirn zu verdanken – Gott sei Dank!
Die Schmerzen halten sich in Grenzen, aber ich bin froh, wenn ich nicht mehr im Sitzen schlafen muss (also halb aufgerichtet, damit kein Zug auf die Naht kommt) und ich vielleicht irgendwann einmal wieder in ein paar Monaten, mich auf die Seite drehen kann im Bett. Ansonsten nehme ich jetzt auch das Tamoxifen – das viele Brustkrebspatienten nehmen und warte noch auf dessen Nebenwirkungen – falls es überhaupt wirkt bei meinen Leberproblemen – aber das ist ein anders Thema.



Vorbei ist der Heilungsprozess noch nicht mit Physiotherapien, Lymphdrainagen und anderen abklärenden Untersuchungen. Aber wenn man einmal Krebs hatte, ist das ein ewig begleitendes Thema, nun einmal mehr…

Von Spülmaschinen und Engeln

Ich bin noch immer stark eingeschränkt indem, was ich machen kann, da mein Arm durch die Naht und die ganzen Komplikationen nicht belastbar und stark bewegungseingeschränkt ist - Spülmaschine einräumen geht inzwischen – Autofahren wird wohl noch eine Weile dauern.

Meine Mama ist mal wieder wie ein wirbelnder Schutzengel unterwegs und macht alles für mich und meine Familie – ich habe unfassbares Glück mit meiner Familie, dass hier trotz aller Widrigkeiten alles so gut läuft.

An dieser Stelle ein dickes DANKE vor allem an meine Mama!

Blog und Krebs

Nun ja, das Krebsthema wird dem Blog noch eine Weile erhalten bleiben – ich weiß zwar nicht, ob so kurz vor Weihnachten jemand überhaupt etwas davon hören will, aber so ist es nun mal…

(Die Patchworkdecke macht mich nun Zuhause glücklich - auch wenn es ein Tröster... oder besser ein Arschtritt von der lieben Simonee/Pamamone ist - fettes Danke...!!!)

Zumindest kann ich die Weihnachtszeit genießen und hoffe, dass es euch auch so geht!

Genießt die Lichter, das Funkeln und die Weihnachtsdüfte (vor allem die Düfte für mich mit, da ich ja nichts riechen kann!) und habt euch alle lieb!!!


23. Oktober 2016

Kurz Zuhause bis zur nächsten OP

Ein Monat lang Krankenhaus!

Ein Monat lang mit heftigen Aufs und Abs!
Ein Monat lang um 6 Uhr geweckt werden!

Ein Monat lang jeden Tag auf’s Neue hoffen, dass man bald wieder Zuhause ist!
Jetzt bin ich Zuhause – erst einmal… - nächste Woche muss ich aber wieder zurück ins Krankenhaus und werde noch einmal operiert.


Prognose und Therapie

Ja, die Brust ist ab und die Histologie und Therapie ist inzwischen auch bestimmt.

Ich brauche keine Chemo – das ist das Beste und Wichtigste für mich, denn mein Körper funktioniert nicht wie ein normaler und gesunder Körper und eine Chemo wäre eine stärkere Belastung geworden, als eine Chemotherapie eh schon für einen Menschen ist.
Da meine Brust komplett abgenommen wurde, ist auch nichts mehr da, was man bestrahlen müsste und da meine Histologie der Tumore (1 Primärtumor, 4 Metastasen) für alle gilt und sehr positiv zu bewerten ist, bekomme ich “nur“ Tabletten. Die haben zwar auch einiges an Nebenwirkungen, aber meine Prognose mit dem Brustkrebs ist sehr gut und wie das Medikament dann auf mich wirkt, werde ich noch sehen, da ich mit der Therapie noch nicht anfangen konnte.

Klingt doch gut – ja, das ist es auch, a b e r ich kann ja nicht einfach nur Brustkrebs bekommen…

Einfach nur Krebs hätte auch gereicht

Nach der Brust-OP gab es ein paar Komplikationen. Als erstes schmierten meine Blutplättchen ab, sie waren plötzlich sehr niedrig – eine leichte Gerinnungsstörung habe ich schon seit den anderen OPs mit der Bauchspeicheldrüse und der Leber, nun waren die Ärzte aber doch ein bisschen mehr beunruhigt. Das hatte zur Folge, dass ich Einblutungen im Operationsbereich hatte und zwar in der Form, dass ich zwei Tage nach der ersten OP ein zweites Mal operiert werden musste, um die Blutungen zu stillen.
In Kombination mit meinem Diabetes, einer massiven Pflasterallergie (auf Grund dessen ich leichtes Fieber bekommen hatte) und der zweiten OP, meinte meine Wunde dann nicht zu wachsen zu wollen – Wundheilungsstörung!

Klang bis dahin relativ harmlos für mich – wächst halt die Haut nicht so schnell zusammen… - heißt bei mir aber, dass sich fast die komplette Naht gelöst hat und ich nun – ja immer noch nach inzwischen 5 Wochen – immer noch eine offene Naht habe. Die Details erspare ich euch – aber ich gestehe, mir als nicht Medizinerin, die kein Blut sehen kann und bei Filmen mit entsprechenden Szenen IMMER die Augen zu hat, hat das ziemlich zu gesetzt, so dass ich überhaupt nicht mehr hingeschaut habe beim Verbandswechsel…

Von Wünschen, die man besser sein lässt

Wundheilungsstörung bedeutet Geduld.
Hätte ich mir mal nicht letztes Sylvester als Vorsatz genommen, mich dieses Jahr in Geduld und Gelassenheit zu üben – die Challenge die mir dafür auferlegt wurde, fand ich jetzt ein bisschen übertrieben!

Erst einmal musste der Gewebeabbau des Körpers abgewartet werden, dann musste die Wunde gereinigt werden. Auch diese Details erspare ich euch – zu guter Letzt wurde mir eine Vakuumpumpe in die Wunde gelegt, um die Wunde sauber zu bekommen und das Gewebe komplikationslos nachwachsen kann.

Nun ist die Wundfläche so groß, dass die Wundränder nicht von alleine wieder zusammenwachsen können, also muss ich noch einmal operiert werden. In der Hoffnung, dass mein Körper mal alles anders macht als normal (also mein Normal ist immer anders) und einfach mal anders und somit normal reagiert und nichts mehr schiefgeht. Kann mir jemand folgen?!

Ich bin dann erst einmal wieder weg!

Drückt mir bitte die Daumen!


1. Oktober 2016

Brustkrebs ist...

Brustkrebs ist...

... wenn sich eine deiner Drainagen löst und Saug- und Schmatzgeräusche von sich gibt, so dass die Schwestern vor lachen zusammenbrechen. 

... wenn deine Krankengymnastik für EINEN strafferen Busen sorgt. 

... wenn du zärtlich nur noch Dromedar gerufen wirst. 

.... wenn das erste Bild aus dem Urlaub deines Bruders ein Victoria Secret BH ist.
... wenn du eine Wundheilstörung hast und dir "einfach nur mal Krebs" auch gereicht hätte. 

14. September 2016

Fuck Cancer - Krebs hoch3 - Brustkrebs Diagnose


„Es tut mir leid, es ist doch nicht so harmlos, wie wir dachten, es ist leider ein Brustkrebs!“

Eigentlich hätte ich nicht damit gerechnet, das mal zu hören, denn in meiner Familie gab es bisher keinen mir bekannten Brustkrebs.

Nicht, dass ich nicht noch einmal damit gerechnet habe, dass ich Krebs bekomme – nachdem ich 2009 ja bereits Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte und 2012 von diesem Metastasen in der Leber hatte, rechne ich immer wieder, dass das Arschloch (!) wieder kommen kann – Brustkrebs hatte ich nicht auf dem Schirm.
Aber leider schützt eine Krebsart nicht davor, auch noch einen anderen Krebs zu bekommen.

Deshalb war ich bei der Diagnose mehr überrascht als geschockt.

Mal wieder ist das Glück mit mir, denn bei normalen Untersuchungen war meine Brust unauffällig.
Ich habe eine sehr zystische und gewebereiche Brust und mit meiner Krebsvorgeschichte sind die meisten Ärzte besonders Aufmerksam bei mir – ich übrigens auch.



Das ist wohl ganz gut so, dass ich auch bei kleinsten Knubbelchen mal eben das ganze von der Gynäkologin abchecken lasse.

Beim Duschen hatte ich drei Knötchen getastet, die ich noch nicht kannte, so dass ich mir direkt einen Termin bei meiner Gyn hab geben lassen.
Im Ultraschall sah dann ein Knoten nicht nach Zyste aus und um sicher zu gehen, schickte mich meine Gyn zur Senologie, die mich schon von ein paar anderen Zystenintermezzos kannten.
In der folgenden Mammographie konnte auch nichts wirklich festgestellt werden, allerdings wurde, um sicher zu gehen, eine Biopsie gemacht.

Das Ergebnis: Brustkrebs!

Es folgten MRT, CT, Szintigraphie und eine weitere Biopsie, die zeigte, dass zwei weitere Herde bereits in der Brust sind.

Wenn ihr das hier lest, bin ich vermutlich im Krankenhaus und wenn ich wieder nach Hause komme, habe ich eine Brust weniger und hoffentlich wieder ein bisschen mehr Leben gewonnen.
Wie es mit der folgenden Therapie ausschaut, weiß ich erst, wenn alle Ergebnisse auch die von der OP zusammen gekommen sind.

Es scheint nicht der aggressivste Krebs zu sein und auch noch nicht ganz so fortgeschritten, so dass alles ganz gut aussieht, aber gegen ein paar Däumchen, Kerzen und Gebete habe ich nichts einzuwenden!

BITTE

Mal abgesehen von den Däumchen, Kerzen und Gebeten, schreibe ich diesen Post aber, um euch dringendst zu bitten – PASST AUF EUCH AUF!

Tastet eure Brust ab – hier ein Link zu einer Beschreibung.
Es gibt auch Videos bei YouTube dazu und viele Krankenhäuser und Frauenzentren bieten Seminare zum Brust abtasten mit Dummies an, oder fragt bei euren Frauenärzten nach!!! Kümmert Euch!

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart, an der Frauen in Deutschland sterben, aber Brustkrebs ist auch der besterforschteste Krebs und die Heilungschancen werden immer größer, wenn er rechtzeitig erkannt wird.

Ihr könnt aktiv helfen, auf euch zu achten!

Geht regelmäßig zur Vorsorge!
Tastet euch selber regelmäßig ab!
Lasst auch Kleinigkeiten von euren Gynäkologen abchecken!
Brustabtasten tut nicht weh!
Mammographien sind nur etwas unangenehm!
Selbst die Biopsien sind kaum schmerzhaft!

Obwohl oder vielleicht gerade weil ich schon einmal (zweimal) Krebs hatte, bin ich das beste Beispiel dafür, dass es jeden treffen kann!

Und dass Krebs nicht sofort Tod bedeutet, dass werde ich euch dann demnächst zum dritten Mal zeigen!



Passt auf euch auf und genießt das Leben!

12. September 2016

DIY - Flattergdöns - Stoffmobile aus Resten

Der Sommer ist noch im Gange

Ich hätte nicht gedacht, dass es sich noch lohnen würde, eins meiner selbstgemachten Lieblingsüberflüssigkeiten von diesem Sommer zeigen zu können. Aber das Wetter ist immer noch – wieder – jetzt so schön, dass es fast zu einem DIY Tipp reicht.
Ein Windmobile aus Stoffresten.



Für draußen

Inspiriert von den Mobiles auf Pinterest habe ich mir meine Stoffrestetasche genommen und alles an regenbogenfarben in Streifen gerissen, was ich so finden konnte.
Metallringe habe ich noch ohne Ende hier liegen, die bekommt man aber inzwischen in fast jedem Bastelladen oder Dekoläden.
Die Stoffstreifen werden simpel an den Ring geknotet, eine Band zum Aufhängen angebracht und fertig. Auf den Balkon gehangen und flattern lassen und sich freuen!

Für den Abend habe ich noch eine dieser batteriebetriebenen kleinen Lichterketten um den oberen Kranz gebunden, kann man auf den Bildern nicht sehen, sieht im Dunkeln aber hübsch und stimmungsvoll aus.



Und für Drinnen

Das Ganze kann man natürlich auch einfarbig, mit Federn, Spitzenstoff oder Perlenketten machen, wer sich inspirieren lassen möchte, kann sich ja gerne mal auf meiner Mobile-Pinnwand von Pinterest umschauen.
(Pssst) – ist auch eine prima Kinderbeschäftigung ;) )

Für "Wetter" würde ich das Mobile aber immer wieder herein holen - obwohl es schon interessant wäre, was das Leben daraus macht - aber dann besser ohne Lichterkette...




Genießt die letzten Sommertage!

10. September 2016

Von kleinen Katastrophen und dem Braut-Notfall-Set

Sorry, für die schlechte Bildqualität - ich hatte das Geschenk fertig gemacht und vergessen, mich um ordentlich Bilder zu kümmern!

Trallala und Glitzer

Meine Hochzeit liegt nun schon einige Jahre zurück und war von den Festivitäten damals auch sehr sehr klein gehalten… fast schon minimalistisch.
Für uns war das genau richtig so, auch wenn ich Hochzeiten eigentlich liebe, bin ich lieber auf einer Hochzeit eingeladen, als dass ich sie selber habe.
Die Planung, die Aufregung und das ganze Drumherum… - mein kleiner perfektionistischer Mann im Ohr, würde mich ganz wahnsinnig machen. Die Ruhe, die ich in Planungen legen kann, wenn es nicht um mich geht, kippt in das totale Gegenteil, wenn ich für mich etwas plane.


So genieße ich es lieber eingeladen zu sein und kann dann in dem ganzen Trallala und Glitzer regelrecht aufgehen. Und was es nicht alles gibt… - ganz groß sind ja zur Zeit „Scheunen-Hochzeiten“, Candy-Bars, Fotoboxen und schon die Jungesellinenabschiede werden inzwischen mehrtägig in speziellen Partylocations abgehalten. Wow!
Nix für mich, aber trotzdem – wow!

Amazing

Nun steht eine etwas größere Hochzeit an, auf die ich mich sehr freue. Im Zuge meiner Pinterest-Recherche für Hochzeitsgeschenke, bin ich auf ein paar schöne Ideen gestoßen, die ich aber noch nicht verraten kann… weil ist noch geheim.

Irgendwann an „ihrem“ großen Tag bekommt die Braut die große Flatter und Panik, dass irgendetwas schief laufen könnte – aber muss nicht auch etwas schief laufen an solch einem Tag – sonst hat man ja nichts, seinen Enkeln zu erzählen oder?!
Ich könnte zum Beispiel von kaputten Weckern und platten Reifen erzählen…

Taschentuchalarm

Im Zweifelsfalle sollten die Brautjungfern und Trauzeugen alles im Griff haben, oder zumindest für den Notfall gerüstet sein – manchmal sind es aber auch nur Kleinigkeiten, die schief gehen können, wie löchrige Feinstrumpfhosen, Taschentücher oder Flecken im Kleid.
Genau für solche „kleinen“ Katastrophen gibt es das Braut-Notfall-Set.


Ab in die Ecke

Natürlich ist diese Idee geklaut bei Pinterest und wenn ich alle Ideen hätte aufnehmen wollen, die es dort so gab, hätte ich einen Seesack packen können – ich habe mich aber auf ein paar essentielle Dinge beschränkt und hoffe so, dass meine kleine Schachtel heute in irgendeiner Ecke steht, hoffentlich nicht gebraucht wird und wir alle einen wunderschönen Tag haben werden!

Ihr Lieben, genießt das spätsommerliche Wochenende, die Sonne und das Leben und vor allem die Hochzeiten – welche das auch immer sein mögen!



6. September 2016

5 Dinge die den Schotten als solchen an sich besonders machen - und mich ziemlich dumm haben aussehen lassen


Ich schulde euch noch etwas…
Und zwar wollte ich euch noch von ein paar Ungewöhnlichkeiten der Schottländer berichten – nun, das Leben treibt es gerade sehr bunt hier – dazu demnächst mehr – nun erst einmal mein Versprechen abarbeiten…


Gelangweilte Formel 1 Fahrer

Warum die Schotten nicht die besten Formel 1 Fahrer der Welt stellen, ist mir ein Rätsel.
Vielleicht ist die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 m/ph (etwas über 90 km/h) zu gering, um wirklich trainieren zu können, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Monte Carlo mehr an engen Kurven und Stress zu bieten hat als die schottischen Highland-Strassen, die ich bereits im ersten Schottland Post erwähnt habe.
Allerdings ist mir auch nicht logisch erklärbar, wie man ohne Rallye-Erfahrungen die vom Navigationsgerät vorgegebene Zeit für die Streckeneinheiten einhalten kann.

Vielleicht braucht es auch expliziter schottischer Navigationsgeräte für Ausländer, die neben den Kilometern, der Geschwindigkeitsbegrenzungen und einigen Eventualitäten auch noch Angst, Panik, kreischende Beifahrerinnen, Gegenverkehr auf den schönen Single Trails with Passing Places beachten, die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 m/ph außer Acht lassen und die Strecke mit den realistischen 30 km/h berechnen können.
Was eine 1 stündig geplante Fahrt locker mal auf die Quadratur des Kreises ansteigen lässt, wenn man noch Atempausen am Straßenrand samt Aussteigen mit einberechnet.

Zumindest sind die Zeitangaben in herkömmlichen Navigationsgeräten für Touristen in Schottland nicht einzuhalten…

Ich glaube ja inzwischen, dass nicht dauerhaft schottischen Formel 1 Fahrer immer auf dem Siegertreppchen stehen, weil ihnen das schlichtweg zu langweilig ist.


Der Herr der Ringe

Uns Deutschen wird gerne ein gewisser Hang zu Sauberkeit nachgesagt.
Ich schließe mich da nicht aus.
Allerdings finde ich es schon erstaunlich, dass öffentliche Toiletten in Schottland meist unglaublich sauber erscheinen und sich die deutschen öffentlichen Toiletten da durchaus etwas abschauen könnten!
Allerdings gibt es da eine Unart in Restaurants und an anderen Stellen des kulinarischen Genusses, Tische nicht ab zu wischen.
Anhand der Glasringe konnte man durchaus mal die Glasinhalte der vorherigen 3 bis 7 Gäste ablesen und kleine Rätselspiele daraus machen, derweil man auf seine Bestellung wartete.
In Kombination mit den Essensresten, ist dieses Spiel detektivisch unendlich fortführbar.

Ich habe mich wohl des Öfteren als Deutsche geoutet, indem ich an der Theke nach einem Lappen fragte, um den Tisch selber ab zu putzen oder der Kellnerin den Lappen gerne auch mal abschwatzte, um dem Herrn der Ringe mächtig zu werden.

Kinder bekommen in Schottland nichts zu essen

Schottland – das Land des guten Whiskeys, der Pubs und dem Scottish Folk!

Wir hatten uns schon sehr gefreut, gemeinsam ein paar Abende in einem Pub bei schöner Musik und Göttergatte mit einem landestypischen Whiskey zu verbringen.

Geht nicht!

Zumindest nicht, wenn man Kinder unter 18 Jahren dabei hat.

Ok, wenn es reine Pubs sind, kann ich das noch verstehen – Jugendschutz und Alkohol, kein Thema, aber die meisten Pubs bieten eben auch regulär Essen an, einige haben sogar getrennte Bereiche für Essen und für den Alkoholausschank, aber selbst dort war es teilweise sehr schwierig, Essen zu gehen mit Kindern unter 18 Jahren.

Auch wenn es im Internet und den Bestimmungen für Großbritannien anders steht, so war es schwierig bis unmöglich überhaupt mit Kindern unter 18 in Restaurants essen zu gehen, wenn dort auch Alkohol ausgeschenkt wurde.

Alkohol wird in Geschäften erst ab 18 Jahren verkauft.
In Pubs wird Alkohol erst ab 25 Jahren ausgeschenkt. In die meisten Pubs kamen wir mit unseren Kids (zu der Zeit 14 und 17 Jahre alt) erst gar nicht herein.
Ein Pub wies uns direkt darauf hin, dass wir um 22 Uhr mit beiden Kindern den Ort verlassen müssen, obwohl wir als Eltern dabei waren. Und an einigen Pubs waren deutliche Aushänge, auf denen vorgeschrieben war, dass Jugendliche unter 18 Jahren nur bis 20 Uhr und nur nahe am Fenster an einem Tisch sitzen durften und auch nur bis dahin bedient werden, danach die Örtlichkeiten zu verlassen haben, trotz Eltern.

In Edinburgh gerieten wir gar an einen Türsteher eines Restaurants mitten am Grassmarket, der uns um 16.30 Uhr schon nicht mehr in den Bereich zum Essen lassen wollte, da ab 20 Uhr keine unter 25jährigen mehr erlaubt waren.

Ich heiße die Alkoholbestimmungen in Schottland für sehr gut und finde 25 Jahre als Mindestalter gar nicht so dumm, aber dass man in Begleitung der Eltern am Tage erst ausgewählte Restaurants suchen muss, um etwas Essen zu könne, hat mich schon ziemlich erstaunt.


The Magic To Order

Und wo wir gerade bei Restaurant sind – das Bestellen von Essen ist ein kleines Mysterium.
In den meisten Restaurants sucht man sich einen Tisch, wählt aus der Karte aus, um dann an der Theke das Essen zu bestellen, dort direkt zu bezahlen und dann am Tisch darauf zu warten – Getränke können jedoch jederzeit auch am Tisch bestellt werden.
Manchmal aber auch nicht.
Der Nachtisch kann auch am Tisch bestellt werden – bezahlt werden muss aber alles vorher an der Theke – außer Getränke, die kann man auch am Tisch bezahlen – manchmal.
Aber meistens bestellt man alles an der Theke und die Kellner bringen einem die bestellten Sachen – ohne allerdings die Tische abzuputzen.
Manchmal kann man aber auch am Tisch bestellen und nach dem Essen alles zusammen bezahlen.

Wir haben es immer falsch gemacht – entweder haben wir am Tisch gewartet und es kam niemand – oder wir sind direkt zur Theke gegangen, um zu bestellen und wurden wieder an unsere Plätze geschickt – oder wir standen einfach blöd rum, wussten nicht, was wir tun sollten und outete uns so direkt als blöde Touris.
Die Schotten haben das aber immer lächelnd und freundlich hingenommen und dann sehr direkt schottisch auf die Besonderheiten dieses Lokals hingewiesen… zu essen haben wir immer bekommen!


Brunnentoiletten

Von den magischen schottischen Türen besonders auf Toiletten habe ich ja schon berichtet.
Dass die Toiletten dort erstaunlich sauber sind und das Wasser zum Hände waschen locker zum Abkochen reicht, habe ich auch schon erwähnt.
Ein besonderes Erlebnis auf schottischen Toiletten ist aber auch das Betätigen der Klospülung.
Die Klos dort haben meistens Hebel – leider fehlt ein Foto, aber ihr müsst euch eine Scheibe mit einem meist rechts orientiertem Hebel zum runterdrücken vorstellen, mit dem ihr die Scheibe drehen könnt.
Eigentlich nicht so schwer – aber eben doch, weil der Kraftaufwand schon deutlich auf den Fingern liegt und bei manchen Hebeln auch nie wirklich klar wurde, ob ich einfach zu kraftlos war, diesen ordentlich zu betätigen, oder ob wirklich eine Pumpbewegung nötig war, um erst Wasser in die Leitung zu bekommen, um dann alles mit einem Schwall weg zu spülen.

Wenn ich mich besonders dämlich angestellt habe, sah man mich wie an einem Brunnen stehen, dessen Wasser mit einer Pumpe hochgepumpt werden musste – nur in Kleinformat und trotzdem mit beiden Händen arbeitend… die Schotten sind einfach stärker, schneller, abgebrühter und straighter als ich!

So, nun reicht es aber! Zu gerne wüsste ich ja, welche Ungewöhnlichkeiten so ein Schotte bei uns fest stellen würde... liest hier zufälligerweise ein Schotte mit?
Bitte unbedingt ein Nachricht an mich!!!

Gehbat euch wohl und passt auf euch auf!!



Kleiner Tipp zum Schluss: in den küstennahen Großstädten solltet ihr unbedingt vermeiden, euch zu nahe an den Ampelanlagen aufzuhalten!! 
Das tun mit Vorliebe auch die entzückenden Möwen, die auch gerne den Passanten im Flug mal ihre Brötchen aus der Hand reißen. 
Um diese Brötchen aber genau ins Visier zu nehmen, sitzen sie gerne auf besagten Ampelanlagen, um die Lage zu sondieren und bereits verdaute Passantenbrötchen auch wieder los zu werden – egal, ob man gerade darunter steht oder nicht als Passant. Ihr versteh was ich meine…!?


27. August 2016

Vom Beenden, Verändern, Zusammenlegen und Eins werden

Schluss gemacht

Wie ich bereits bei Facebook angekündigt hatte, habe ich dort meinen Account gelöscht – komplett!

Die Gründe sind vielfältig, aber um es mit den Worten meines Bruders zu sagen „Facebook zieht mehr von meiner Energie, als es gibt.“
Dinge und auch Menschen, die einem Energie rauben, sollte man aus seinem Leben werfen, so gut es geht. Das ist manchmal ganz schön hart und manchmal trifft man eine Entscheidung, um fest zu stellen, dass sie falsch war aber nicht umkehrbar sind.
Das sind dann Fehler, aus denen man lernen kann. Denn ohne Fehler gibt es keine Entwicklung!

Nein, ich meine damit nicht das Löschen meines Facebook Accounts!

 Zur Cranger Kirmes flogen zwei Luftschiffe darüber und gaben ein schönes Motiv im Sonnenuntergang ab

So nah und doch so fern

Auch wenn Facebook zu den Social Media gehört, ist der Kontakt dort nicht immer sozial und auch viel zu oft nicht mal wirklich real.
Natürlich hat es mir auch sehr gute Dienste geleistet, Kontakte zu knüpfen und in Kontakt zu bleiben. Aber Posts dort oder Likes reichen oftmals nicht aus, bleiben zu oberflächlich oder können nicht ausgenutzt werden, weil trotz des Wunsches, virtuelle Kontakte zu vertiefen, der reale Kilometerabstand doch zu groß ist, um intensiver zu werden.
Anders herum ist manchmal auch so, dass man aus dem unbekannten Nichts Hilfe bekommt, die man nicht erwartet hat und die einen umhaut, wie die wahnsinnige Postflut, die uns erreicht hat vor gut 4 Jahren, als ich im Krankenheus lag und um ein paar Geburtstagskarten für meine Tochter gebeten hatte.
Was da passiert ist damals, hat uns geflasht und noch immer würde meine Tochter und ich gerne wissen, wer alles wirklich dahinter gesteckt hat – unmöglich in der Menge, aber definitiv ein unvergleichlich schönes Erlebnis und dabei lief das ganze eigentlich „nur“ über meinen Blog. Facebook hat eine viel größere Reichweite.

Aber es soll gar nicht um Social Media gehen oder warum ich meinen Account gelöscht habe.

Willkommen

Ich möchte nur kurz *hüstel* erklären, was sich hier und um mich und überhaupt tut, tat, tun wird…
Durch das Schließen meines Shops hat sich ja schon eine Menge verändert!
Es wird keine neuen Dateien von mir geben und kreative Ergüsse werden nicht mehr so zahlreich sein, wie zuvor. Damit werden einige Leser weniger Interesse an meinem Blog haben – das ist ok!

Ich werde nicht aufhören zu bloggen, auch wenn ich es noch immer nicht schaffe, regelmäßig zu posten. Und es wird mehr zu lesen als zu gucken geben, auch das hatte ich schon angekündigt. Kreativ wird es bleiben, vielleicht mehr aus der malerischen Ecke, der Alltagsecke und der Gedankenecke.
So wie sich der Inhalt des Blogs ändert, wird sich auch die Leserschaft ändern, sofern sie nicht dieselbe Änderung mit gemacht hat wie ich in den letzten Jahren. Wie auch immer:

Seid Willkommen!!!

Altes wird neu

Was sich etwas unbemerkter verändert hat, ist das Zusammenlegen meiner anderen beiden Blogs. Eigentlich hatte ich meinen „Diabetes“ Blog ausgelagert. Da ich nun im Prinzip wieder „privater“ schreibe, werden meine sporadischen Diabetespost hier integriert und der Diabetes Blog wurde bereits gelöscht.
Meiner Meinung nach wichtige Artikel, sind bereits hier eingefügt worden – so empfehle ich euch gleich nochmal meinen Post über „Unterzuckerung - Ein Diabetiker sollte sich schämen" und gebe euch mit, dass ihr vielleicht ein- zweimal mehr eure Augen ein bisschen aufhaltet auch bei Kindern! Lieber einmal mehr Hilfe anbieten, als einmal zu wenig!!

Das gleiche gilt für meinen Food-Blog, den ich lange nicht mehr bedient habe, den ich aber überarbeitet hier wieder einfließen lassen möchte – immer unter dem speziellen Aspekt meiner speziellen Ernährungsweise.

Gut so

Das alles fühlt sich gerade richtig für mich an – alles zusammen hier bin jetzt wieder ich, nicht abgetrennt, nichts läuft nebenbei, nichts kommt zu kurz, alles zusammen eine bunte Mischung meines Lebens mit allen Aspekten.

Warum ich das schreibe?

Weil ich dies kleine Detailarbeit des Beendens, des Veränderns und des Zusammenlegens nebenbei in den letzten Tagen/Wochen immer wieder gemacht habe und nun soweit fertig bin.
Es soll auch erklären, warum noch angekündigte fehlende Post noch nicht hier erschienen sind, denn zu mehr bin ich einfach nicht gekommen.
Sei es, weil ich wieder einige Untersuchungen hatte/habe, weil ich zwei/drei private Projekte laufen hatte/habe und das Leben als solches an sich sehr aktiv ist momentan.
Ich werde das alles noch machen was ich mir vorgenommen habe, weil ich Spaß daran habe und weil der Blog mir hilft, meine To-Do-Liste nicht aus dem Auge zu verlieren und weil ein bisschen Social Media nicht schaden kann.

Habt ein schönes Wochenende – genießt die Sonne, für die, die das mögen und für alle die es lieber etwas kühler haben (so wie ich) – geht ins Kino, die haben eine tolle Klimaanlage!


8. August 2016

Schottland - Highlands - ein kleiner Urlaubsfilm als Sommerlochfüller

Back again

Ich schulde euch zwar noch ein paar "interessante Dinge von den Schottländern - aber kaum aus dem Urlaub, schon wieder rein ins pralle Leben...
Also gibt es erstmal nur ein bisschen für die Augen...

Ein bisschen grün für's Auge

Der Grund warum ich/wir nach Schottland wollten, war vorrangig die Landschaft - und wir wurden nicht entäuscht - Schottland ist atemberaubend und die Zeit war definitiv zu kurz - so werden wir noch einmal dort hin fahren müssen. Der Film kann leider nicht komplett wieder geben, wie schön es dort ist, aber er gibt einen kleinen Einblick unserer Eindrücke, die wir mitbringen konnten.

Ich bin gespannt, ob euch der Film gefällt!



26. Juli 2016

5 Dinge die ich bisher in Schottland gelernt habe - Der Schottländernals solcher an sich, oder das Ding mit der Kultur

Während von Deutschland Katastrophenmeldungen eintreffen, fühlt es sich komisch an, Urlaub zu genießen. Und auch wenn wir Europäer zu "jetzt erst recht"-Freiheiten tendieren, bleibt der bittere Nachgeschmack.

Passt auf euch auf, wo immer ihr seid und ja genießt, was ihr habt!!!

Wir genießen gerade Schottland!

Ziemlich unvorbereitet sind wir nach Schottland gestartet.
Ja klar, haben wir schon lange die Flüge und den Mietwagen gebucht, aber sehr viel mehr habe ich nicht organisiert bekommen, da dieses Jahr so wuselig und vollgepackt ist, dass meine Zeit für Recherchen, sich auf ein paar Forenbeiträge und einige Blogposts von Reisebloggern beschränkt hat.


Die Reiseführer, die ich bestellt hatte, kamen auch erst 2 Tage vor Abflug an und sind bis jetzt auch relativ jungfräulich. Abgesehen von Rissen in der Landkarte die den Reiseführern bei lagen, weil sich Landkarten, wie schon vor 20 Jahren ohne Navigationsgeräte, schlecht im Auto machen, wenn man sie dort auf engstem Raum ausbreiten möchte, ohne dem Fahrer die Sicht zu versperren.
Was nicht nur auf schottischen Straßen fatal enden kann.

Der bayerische Schotte

Also sind wir relativ unvorbereitet zu den Schottländern gefahren und haben nun auch keine großen kulturellen Unterschiede erwartet...
Was grundsätzlich auch so ist - sie haben Wohnungen und Geschäfte, sie sprechen alle englisch... schottisches Englisch.... also klangtechnisch, als würde ein echter Bayer englisch sprechen.... was verständigungsmäßig im englischen wie im deutschen nicht verständlich ist, ist man nicht Bayer oder Schotte, oder am besten beides zu gleich...


Aber ein paar Dinge laufen bei den Schotten schon anders, als bei uns... oder als erwartet...

Schotten haben heißes Wasser!

Also wirklich heißes Wasser, selbst auf den öffentlichen Toiletten sind immer Heißwasserhähne und mit heiß meinen die Schotten HEIß!
Allerdings sind heißes und kaltes Wassert hier meist nur in getrennten Hähnen zu finden, wenn man sich also mal mit "warmen" Wasser das Gesicht waschen möchte, wird es schwierig. 

Meine Taktik - beide Hähne aufdrehen, dann erst kaltes Wasser in die hohlen Hände laufen lassen und dann kurz rüber zum heißen Wasser schwenken, damit das kalte Wasser mit dem heißem Wasser vermischt wird, aber nicht zu lange, weil man sich sonst die Finger verbrennt und ab ins Gesicht. Gutes Timings ist gefragt!
Duschen klappt aber auch für Warmduscher aus einem Hahn - meine Taktik mit den beiden Wasserhähnen wäre unter der Dusche zwar einer Kneippkur sehr ähnlich, aber würde noch bescheuerter aussehen und zudem auch echte Verbrennungen mit sich bringen.

Türen haben nicht immer Klinken!

Merke - kann man Türen aufdrücken, braucht man keine Klinke!
Das ist eine ganz einfache und logische Sache und der kluge und sparsame Schotte weiß das eben.
Die Türklinkenhersteller aus Deutschland würden hier in Schottland pleite gehen, weil sie nur die Hälfte der Einnahmen hätten, wie bei uns in Deutschland.
Vielleicht sind wir Deutschen auch einfach nur symmetrischer veranlagt und brauchen auf beiden Seiten der Türen Klinken, denkt man aber mal darüber nach, wird einem schnell klar, dass das nun wirklich unnötig ist!
Es kann in Schottland also gut passieren, dass man durch eine Tür geht, die als solche auch erkennbar ist, obwohl ihr mit Sicherheit die Türklinke fehlt, wenn man sie aufdrücken kann und dann aber plötzlich in einem vermeintliche kleinen Raum landet - Sackgasse!
Wände zu allen drei Seiten!
Zwischenraum?!
Dann guckt man erst einmal dumm und ich weiß aus Erfahrung, dass es nicht nur mir als Deutsche so ergangen ist, sondern, dass auch eine Engländerin nach mir mit dieser Situation kurzfristig überfordert war.
Manchmal sind die sogenannten Türen nämlich so gut getarnt, dass man schon mal die falsche "Wand" wählt und sprichwörtlich gegen diese läuft.
Meine Taktik - vorsichtig die Wände antippen und gucken was sich bewegt - manchmal muss man auch fester drücken - aber bitte nicht einfach darauf zu laufen... könnte ein harter Widerstand sein!



Rote Ampeln zählen nicht!

Es gibt doch diesen Witz aus irgendeinem Land, wo es auf weiter Flur keine Autos auf der Straße zu sehen gibt und eine Ampel dem Fußgänger rot anzeigt, wo ein Deutscher brav wartet, obwohl kein Auto kommt, und wartet und wartet, bis doch ein Auto kommt und vor ihm anhält und der Fahrer fragt:" Na, auch Deutscher?!"

Ich glaube, der Witz kommt aus Schottland!
Der Schotte kennt keine roten Ampeln, zumindest nicht als Fußgänger - Autofahrer zählen hier nicht, die haben anscheinen alle Regeln zu beachten, nur links herum...
Der Schotte schaut auf die Straße, kommt ein Auto, wartet er kurz, kommt kein Auto, geht er über die Straße... kommt ja kein Auto!
Meine Taktik - ich bleibe definitiv stehe, wenn die Fußgängerampel rot zeigt!
Ich bin doch nicht lebensmüde!
Der Linksverkehr macht mich in Schottland so konfus, dass ich eh nur hektisch links, rechts, links, recht, recht, rechts, links schaue... da warte ich lieber auf das schrille Piepen und stiefle dann relativ sicher über die Straße!
Wenn ich nicht gerade die Fußgängerampel mit der Autofahrerampel verwechsle...
Denn Merke - Autofahrerampel sehen aus wie bei uns und hängen oben, aber nicht nur direkt an der Fahrerspur, sondern auch irgendwo mitten auf den Zwischenübergängen, dort sind sie leicht mit Fußgängerampeln zu verwechseln. Aber nur für Deutsche, denn Fußgängerampeln in Schottland sind immer direkt neben einem auf dem Fußgängerweg mit symbolischen Männchen und auf Sichthöhe mit Druckknopf und piepen schrill!
In Aberdeen macht "rote Ampeln zählen nicht" übrigens richtig Sinn.
Aberdeen ist eine Küstenstadt, in der mindestens so viele Möwen leben, wie Menschen und die gerne auf Laternen und Ampeln sitzen, um sich zu putzen, zu schauen ("Meins!") oder den wartenden Fußgängern auf den Kopf zu kacken... also die Möwen, nicht die Menschen.


Apropos Straßen

Ja ja, Linksverkehr, weiß ja jeder - ist einfach nichts für schwache Nerven - also meine Nerven. 


Als Beifahrer bin ich bestimmt schon eine Katastrophe, als Fahrer schaffe ich es sogar meinen ansonsten tiefenentspannten Mann einen Adrenalindauerfluss zu versetzen. Ich darf bei unserer Rundreise als als Beifahrer die Landschaft genießen, wenn ich es schaffe den Blick von ein Schlaglöchern zu lösen - wir reden hier von Löchern, die den Lochs (also den tiefen Seen hier in Schottland) maßstabsgetreu verkleinert auf den Straßen nachempfunden sind.
Während also auf der einen Seite Felsen direkt von den Schlaglöchern, die die Seitenlinien kennzeichnen, aufsteigen, schaut man auf der anderen Seite in den dicht bewucherten Abgrund zum Loch.
Als wäre das nicht genug, ist diese zu beiden Seiten stark begrenzte Straße keine Einbahnstraße, sondern ein sogenannter "One Trail with Passing Places" - zu deutsch: Einbahnstraße mit Einbuchtungen.
Das funktioniert hier ganz automatisch und total sozial. Sieht man ein Auto auf sich zukommen, bleibt man beim nächsten wirklich gut platzierten Passing Place stehen und lässt den anderen passieren, dann bedankt man sich noch nett und es kann mit 60 Meilen pro Stunde - ca. 96 km/h weiter gehen. Spannend wird es bei Bussen, Wohnmobilen und Lastwagen - sagt mein Mann, mir reichen alleine die Schlaglöcher bei 20m/ph.
Meine Taktik - Augen zu!

Wetter

Wenn man sich nicht ordentlich informiert, ist man selber schuld!
Schottland ist ganz klar regnerisch, nebelig und kalt! Deshalb sollte man unbedingt wetterfeste und warme Kleidung mitnehmen, auch im Sommer.
Deshalb habe ich auch einen Sonnenbrand und völlig verschwitze Kleidung inzwischen. 


Es mag stimmen, dass man an nur einem Ort verweilend Dauerregen ausgesetzt ist, aber wenn man herum fährt und andere Gegenden besucht, die auch nur 10 Kilometer entfernt von dem Ort sind, an dem es gerade besagte Hunde und Katzen regnet, kann es sein, dass einem strahlender Sonnenschein und (gefühlte) subtropisch anmutende Temperaturen erwarten - vor allem in den Highland, die anscheinend hinter jedem Hügel eine andere Wetterkarte benutzen.
Ich habe großen Respekt vor den Meteorologen hier, denn ihre Vorhersagen stimmen ortsgenau im Abstand weniger Kilometer, dass bekommen deutsche Meteorologen nicht mal ansatzweise so genau berechnet.
Meine Taktik - Zwiebellook und immer, wirklich immer eine Regenjacke dabei haben - und Deo... und Sonnencreme.

Soweit mein erster Eindruck!
Wenn ich verstanden habe, nach welchem Prinzip man hier in Schottland in Restaurants und Bars bestellt, wie man genau die Klospülung betätigt und nach welchen Regeln das Spülen von Geschirr ohne Geschirrspülmaschine funktioniert, werde ich gerne darüber berichten!

Falls euch das interessiert...?!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!




12. Juli 2016

Schluss - der Shop schließt - endgültig!!!

Nein, kein Fake!


Der kleiner Himmel Shop schließt!

Nicht nur für den Urlaub, sondern komplett!

Der kleine Himmel macht dicht - es wird keine neues Stickdateien mehr geben!

Und das fühlt sich verdammt richtig so an!




Alte Dateien


Natürlich wird es alle alte Dateien, weiterhin zu kaufen geben.
Demnächst werdet ihr alle bisherigen Dateien bei alles-für-selbermacher finden:
Dort schicke ich gerade alle Dateien fleißig hin und verstopfe das Postfach und wenn ihr den Lieben dort ein bisschen Zeit gebt, könnt ihr dort auch demnächst himmlisch shoppen!

Bisher konntet ihr ja einige himmlische Dateien hier finden:


Endspurt


Bis Donnerstag bleibt mein Shop noch on und alle bis Freitag (15. Juli 2016) bezahlten Dateien werden noch verschickt und verbucht, dann schließt der Shop!


Erklärung?

Es gibt nicht viel zu erklären, glaube ich...

Ich fühle mich als "Kreative" und ich bin kein "Verkäufer" - das Internetgeschäft und der ganze Papierkram drumherum lag mir schon immer quer im Magen und hat respektive oft meine Kreativität blockiert.
Mir wird das Zeichnen und Digitalisieren fehlen - das war für mich immer Entspannung, aber alles andere nicht - dafür bin ich nicht gemacht.
Und den Shop zu schließen, fühlt sich sehr befreiend an!

Ich könnte jetzt auch noch viel rumjammern, was mir alles nicht passt am Leben, der Welt und dem Kosmos, aber im Grunde bleibt nur: es ist nicht das Richtige für mich, also muss ICH das ändern!

Und nu?

Bin ich frei, meinen Blog zu führen, ohne euch etwas aufschwatzen zu wollen - den hier geht es weiter!
Kann ich mich privat auf andere Dinge einlassen, die mir links und rechts gefallen, aber nie Platz gefunden habe zwischen meinem schlechten Gewissen und dem Druck, was tun zu müssen.
Und ich kann die blöde Business-Brille absetzen, durch die ich eh so schlecht sehen konnte und habe nun endlich wieder klare Sicht im Netz, den Blogs und den Menschen hier in meinem Computer!

Ich freu mich!
Und ich hoffe ihr bleibt und freut euch mit mir!




29. Juni 2016

Island - Rückblick - Ode an das Land der Trolle und Elfen - aus aktuellem Anlass

Ätherisch

Das ist das erste Wort, das mir vor 2 Jahren einfiel, als ich morgens wach wurde und an Deck unseres Urlaubsschiffs stand und zum ersten Mal einen Blick auf Island warf.

Es war kühl, aber mild. Es war flach und doch steil. Es dampfte und wolkte, aber es war nicht nebelig. Es war grau und grün und blau und es war sehr still an Bord. Ungewöhnlich still, denn irgendwie waren alle gefangen von dem Anblick.


Von Trollen und der Ursuppe

Ich kam mir vor wie ein Landhopper - 12 Länder in 5 Tagen, denn wir waren nur 2 Tage in Island und wir haben leider das Land nur gestreift, aber die kurze Zeit hat gereicht, um zu faszinieren, denn egal, was ich euch hier an Bildern zeigen kann, nicht ein Foto konnte die Besonderheit einfangen, die dort herrscht.

Wir hatten leider nicht immer gutes Wetter und oft wirkte die Landschaft grau und braun von Nebelschwaden durchzogen, aber gleichzeitig wirkten die bewohnten Orte auch wieder bunt und lebendig wie Kinderzeichnungen.

Unser erstes Ziel war Akureyri und von dort starteten wir, um uns die Trollfelsen anzuschauen...

(Na erkennt ihr die armen versteinerten Trolle?!)


Um an den Schwefelfeldern zu schnuppern...


Die Vulkankrater und Pseudokrater zu begutachten...


 Von den Wasserfällen durchfeuchtet zu werden..., oder direkt in die warmen Lagunen zu steigen...

Knapp 500 Fotos habe ich gemacht und doch vieles nicht fotografiert, weil ich einfach nur hinschauen musste ohne Linse vor dem Gesicht.

Island ist so urban - man hat das Gefühl, dass hier soeben die Erde entstanden ist und gleich irgend ein Kiemenwesen aus der Ursuppe robbt, um seinen ersten Atemzug an Land zu nehmen...

Oder, dass gleich ein Vulkan erzittert und alles auseinander zieht und die Erde sich teilt...

Wir sind tatsächlich durch einen Felsen (Berg wäre zuviel gesagt) gefahren, auf einer Straße, der wirklich in der Mitte gebrochen ist, weil dort wirklich die Erdplatten auseinanderdriften - erschreckend schön und faszinierend...

In Island im Wald


Wir hatten dort eine deutsche Reiseleiterin, die uns sehr schön erklärt hat, mit welchen Ungewöhnlichkeiten sie sich dort abfinden musste als so sie der Liebe wegen vor vielen Jahren dorthin auswanderte, was dieses Land so seltsam macht.

Dass, wenn man im Landesinneren wohnt, es so abgeschieden sein kann, dass man nur einmal im Monat einkaufen fahren kann, weil es meist einen ganzen Tag dauert, oder auch zwei, bis man wieder Zuhause ist...
Dass dort das warme Wasser direkt aus dem Boden in die Leitung kommt und nicht extra erwärmt werden muss, dafür aber leicht schwefelig schmeckt...
Dass die Isländer das Wasser teilweise gar nicht abstellen, weil es dort keinen Mangel daran gibt und das Umweltbewusstsein dafür gar nicht da ist. ..
Dass man seine Haustür nicht abschließen muss, weil dort nie wirklich etwas Böses passiert...
Dass der Strom so günstig ist durch die ganzen Warmwasserwerke, dass dort die Fernseher auch laufen, wenn niemand Zuhause ist...
Dass man dort Brot in der Erde backen kann, einfach so...
Dass einer der lustigsten Witze ist:
Was macht man, wenn man sich im Wald verlaufen hat?
 - aufstehen - 
... weil es einfach nicht genug Bäume gibt, fast nur Sträucher...
...

Gegensätze und doch ganz anders


Natürlich besuchten wir auch Reykjavik und auch hier prallten Ursprung, Landschaft und moderne Stadt aufeinander. Keine Wolkenkratzer, kein lauter Verkehr, eher das Gefühl einer niedlichen Studentenstadt mit viel Kultur, Kunst und schönen Menschen.

Daneben aber auch leere Gassen, Industrie und Tourismus.


Ich glaube, dass man Island unbedingt einmal gesehen haben muss!

Auswandern würde ich dorthin wohl nicht - mir fehlen dort die Bäume und Wälder und ich mag keine Schafshirne essen und Trockenfisch, aber das, was ich dort kurz kennen gelernt habe, hat mich berührt.


Und abgesehen von unserem tief beeindruckendem Whalewatching mit Baby-Delfin und Zwergwal, sowie einer Herde Killerwale auf See, hat uns Island meinen bisher schönsten Sonnenuntergang geschenkt...


Also sollte Deutschland gegen Island im Finale stehen...