10. Dezember 2015

Von guten Vorsätzen und krebsfreien Jahren

Von guten Vorsätzen

Ich, als Krebsveteran habe Ende letzten Jahres beschlossen, keinen Krebs mehr zu bekommen!
Pläne soll man langsam angehen, deshalb habe ich mir erst einmal das Jahr 2015 vorgenommen und kann nun stolz verkünden.

Hat geklappt!

Weiter geht’s!!!

Routine?

Alle 2 bis 4 Monate muss ich zur Kontrolluntersuchung.
Das bedeutet, hin zum Onkologen – Blut abnehmen lassen – eine Woche warten – wieder zum Onkologen und hoffen, dass die Tumor Marker nett und freundlich gesinnt sind.

Dieses Jahr hatte ich routinemäßig 4 Untersuchungen dieser Art.
Routinemäßig funktioniert bei einem normalen komplizierten menschlichen Körper relativ gut – bei angeschlagenen Körpern wie meinem,  ist Routine eher der Fluß neben dem geraden Weg – sehr kurvig…

Dieses Jahr hatte ich aber Glück und nur einmal Panikergebnisse.
Meine Werte meinten nur einmal alle mal kurz über den Normalbereich fahren zu müssen und Herr Krebs stand grinsend in der Tür.

Gott sei Dank, nur als Schreckgespenst!

Bis man das weiß, dass der Herr nur Spaß gemacht hat, folgen aber noch weitere Untersuchungen – CTs, MRTs und letztes Jahr, als die Panik mal kurzfristig mit voller Wucht kam, mit einem PET CT (da bekommt man dann noch eine lustige radioaktive Injektion und strahlt von ganz allein).

Mein Röntgenausweis wurde 2009 ausgestellt… inzwischen habe ich einen zweiten daran getackert bekommen und werde in den jeweiligen Abteilungen mit „Ach sie schon wieder!“ begrüßt und man freut sich fast, sich regelmäßig zu sehen.

Routine mag ich das nicht nennen – und nein, man wird nicht gelassener mit der Zeit!

Man lernt aber auch

Man lernt trotzdem gelassener zu werden. Wenn auch nicht bei den Blutergebnissen, so doch wenigstens im Wartezimmer.
Ich genieß fast die „Pausen“ beim Arzt und bin fast enttäuscht, wenn ich meine Zeitungen dort nicht zu Ende lesen kann.

Man lernt sich besser zu organisieren. Da ich nie weiß, ob das Blutergebnis gut ist und was die folgenden Untersuchungen ergeben, muss ich immer ein wenig damit rechnen, schnell ins Krankenhaus zu müssen und evtl. für eine Weile ausgeschaltet zu sein.
So sind meine Weihnachtsvorbereitungen in diesem Jahr schon am 1. Dezember abgeschlossen gewesen, denn da habe ich meine letzten Blutwerte für dieses Jahr erfahren. Jetzt kann ich das ganze etwas schlörren lassen.

Und man lernt vielleicht sogar, ein bisschen glücklicher zu sein. Ja, wirklich!
Natürlich ärgere ich mich auch über Kleinigkeiten – aber nicht mehr so lange wie früher vielleicht. Und natürlich ist hier nicht ständig Happy Hour, aber so schnell lasse ich mich von den unerträglichen Kleinigkeiten des Seins einfach nicht mehr runter ziehen.

Das Leben ist so schön!

Und das will ich gerne weiter auskosten, so lange ich kann!
Also auf in ein weiteres krebsfreies Jahr!