7. September 2015

Easy Riesenbeutel ohne Schnittmuster


Groß und Praktisch

Für unseren Strandurlaub dieses Jahr brauchte ich unbedingt eine große Tasche.
Mein Anspruch:
- groß und geräumig, damit so viel rein passt wie möglich
- bequem zu tragen, damit die Hände möglichst frei bleiben und es keine Tragestriemen gibt
- ein Reißverschluss für ein bisschen Schutz der Wertsachen
- nicht bunt aber trotzdem schön



Woher nehmen, wenn nicht stehlen

Drei Tage vor Abreise, hatte ich noch nichts Kaufbares gefunden und die Zeit drängte, sowohl zum Suchen einer solchen Tasche, als auch zum Nähen… wo ich doch gar nicht so richtig in Nähstimmung war/bin.

Aber egal – ich BRAUCHTE etwas, also schnell in meinem inzwischen sehr mageren Stoffregal gekramt und zwei dezente Stoffe rausgesucht - einen grünen 1 Meter gecrashten Babycord – ganz weich und ein schönes unauffälliges grün und 50 cm von einem karierten Baunwollsynthetik, der schön leicht ist.

Und was nun?

Nur welchen Schnitt?
Was leichtes – schnelles – unkompliziertes…
Leicht, schnell, unkompliziert geht bei mir am besten Freischnautze.
Ich hab die beiden Stoffe mit dem Bruch ineinander gelegt, den kleineren Innenstoff unten bündig mit dem Außenstoff.


 Die grobe Form

Dann habe ich mir die grobe Form überlegt und wie ich die relativ komplikationslos auch zusammen nähen kann.
Für die Träger wird kein Futter benötigt, also reicht die grobe Beutelform.
Die Träger werden direkt mit zugeschnitten beim Außenstoff.
Für den Tragekomform und um keinen Stoff zu vergeuden, behielt ich das mittlere Quadrat für eine geraffte Schulterschlinge.

So sieht's aus

Die ungefähren Maße habe ich nachträglich für euch mal nachgemessen:

Als erstes habe ich einen Reißverschluss zwischen Innen- und Außenstoff eingenäht (von der einen gepunkteten Linien zu der anderen - also etwas in die Träger hineingehend).
Dann alle offen Kanten rechts auf rechts zusammen genäht und nur die oberen Trageriemen offen gelassen, wodurch man die Tasche dann auch prima wenden kann.

Der Pfusch

Um etwas Stand in die Tasche zu bekommen, habe ich etwas gepfuscht und einfach von Innen- und Außenstoff zusammen die Ecken etwas 12 cm eingenäht.



Tragekomfor


Ganz wichtig war mir der Schulterbereich.
Wenn eine Tasche groß ist, ist sie auch schnell sehr voll und sehr schwer und das zieht sich fürchterlich schmerzhaft in die Schulter und Nackenpartie.

Von meinen Tragetuchmami-Zeiten weiß ich noch, dass es immer sehr entlastend war, wenn das Tuch über die Schulter gespannt werden konnte, so dass sich der Druck gleichmäßiger verteilen kann und nicht nur an einer Stelle drückt - so habe ich meine Kinder bis sie 3 Jahre alt waren immer mal wieder auf den Arm nehmen können ohne komplett eingeschränkt gewesen zu sein... ich schweife ab.

Aber genau das wollte ich auch für meine Tasche.


Wie gemacht?


Also nähte ich das Rechteck an zwei gegenüber liegenden Ende zu, raffte es auf Trägerlochgröße an den offenen Enden zusammen und passte es an meine Schulter an, indem ich den Stoff einmal über meine Schulter legte und zurecht zupfte.


Die roten Linien zeigen die ungefähren Schnitte, um eine "runde" Kuhle zu bekommen.

Die gerafften und abgerundeten Enden habe ich dann einfach in die offenen Trägerenden geheftet und festgenäht.

Und nun?


Im Urlaub habe ich diese Tasche so sehr zu lieben gelernt, dass ich sie nun weiterhin mit mir rumschleppe, auch wenn der große leere Raum innen ohne Aufteilung nun zu häufigeren Räum- und Suchaktionen führt.



Allerdings war sie mir dann doch ein bisschen zuuuu schlicht und so landete noch ein gekauftes Vögelchen am Reißverschluss.
Auf der Creativa hatte ich ein riiiiiiesiges Perlenbügelbild für 2 Euro erstanden, dass zwar nicht perfekt ausgelegt war inzwischen, aber dafür bestens auf die Tasche passte.



Habt ihr auch schon mal eine Notlösung zu lieben gelernt?
Taschen, Schuhe, Männer... ;)?!